Die 1. Nürnberger Solexausfahrt

 

Nicht nur der heißeste Tag des Jahres war angesagt an jenem 9.8.2003, sondern auch Ulrichs erste Solextour.

Bereits im Vorfeld schwächelten die ersten Teilnehmer mit kurzfristigen Absagen vor sich hin (von befürchteten Sonnenstichen bis zur Wohnungsrenovierung und der Gefahr von schmelzenden Motörchen waren praktisch alle Gründe vertreten :-) und stellten damit die Logistik vor echte Probleme.....

Nach affenheißer Anreise am Freitag zur Mittagszeit (keine Klimaanlage im schwarzen Lada) hatten wir den Zeltplatz mit der hervorragenden Wegbeschreibung ohne Umwege gefunden. Nachdem der eine Peter dem anderen Peter geholfen hatte, sein Zelt aufzubauen (der lustigste Videofilm der Woche ist dabei leider vor lauter Lachen nicht gedreht worden), machten wir uns am frühen Abend auf zu Ulrich. Uns erwartete eine liebevoll gedeckte Tafel im Garten mit schattenspendendem Zeltdach, Familienanschluß und lecker gekühlten Getränken. Sogar Christoph, der Geograph aus Wien, hatte den weiten Weg nicht gescheut! In munterer Runde ließen wir uns von Ulrichs Familie nach Strich und Faden verwöhnen. Trotz Hitze hat niemand den kulinarischen Genüssen entsagt (flüssigen wie festen - apropos, kann ich das Rezept von Bohnensalat und Gulasch haben *schmatz*), und nachdem zu späterer Stunde auch noch Verstärkung aus dem Münsterland auftauchte, ließen wir den Abend zu vorgerückter Stunde geruhsam ausklingen.

Und dann ging´s los: Samstagmorgen (nach ausgiebigem Frühstück im Garten) gingen dann 10 Unentwegte (auch Marcus und Robert hatten sich eingefunden) auf die Piste. Ulrichs Familie war im Besenwagen mit Ersatzsolex als "Team für alle Fälle" dabei. Trotz flirrender Hitze war die Strecke so schön ausgesucht, daß alle ihren Spaß daran hatten. Mal bergauf, mal flach, mal Felder und Wiesen, mal ein Waldstück, mal ein Kaffeepäuschen....wir durchrollten die fränkischen Lande ohne Pannen und Hindernisse.

Nach einem kurzen Stück Schotterstrecke, Alptraum eines jeden 5000er Besitzers mit Original 16er Michelin Weißwandreifen, auf das uns Ulrich mit dem Versprechen einer Überraschung am Ende des Weges lockte, trauten wir alle unseren Augen nicht (Hitzewallungen?Fata Morgana?) - eine große Lichtung im Wald, und dann: Alphornklänge mit phantastischem Echo, vorgetragen von Ulrichs Vater, der uns später auch noch auf seinem Waldhorn ein Ständchen brachte. Ihm nochmal ein ganz herzlichen Dankeschön!

Doch dann knurrten schon die Mägen, und der kulinarische Höhepunkt wartete auf uns im "Gasthaus zur Schmiede". Hier waren für alle "Schäufele und Klöße" von der frischgschlachteten Biowutz vorbestellt - Ehrensache, daß die Platten geputzt wurden! Leider hatten wir es versäumt, uns die Knochen als Trophäen mitgeben zu lassen....doch davon später :-))

Irgendwie wurde es auf der Heimfahrt so richtig heiß. Das Benzin kochte tatsächlich, und alle fummelten beständig am Dekohebel rum, um die Röllchen am Rollen zu halten. Das klappte bestens, besonders nach der Rast an einem Dorfbrunnen und Abkühlung von Fahrern und Maschinchen. Der Ruf nach kalten Getränken wurde aber immer lauter, und so suchten wir noch das "Kellerfest" heim, das überraschenderweise ganz oben auf einem Berg stattfand. Da mußten wir wenigstens ein bißchen treten...Die ersten Radler verzischten schon knapp vor dem Zäpfchen, aber mit der Zeit kam Ruhe und Abkühlung in die Truppe. Gemächlich erledigten wir das letzte Stück des Heimwegs, um uns zur Erfrischung nochmal in Ulrichs kühlem Garten einzufinden.

Leider mußten die meisten gleich ihren langen Heimweg antreten, aber für den Rest hatte Ulrich am Abend noch eine besondere Überraschung:

Sightseeing in der Altstadt von Nürnberg unter kundiger Leitung ( Ulrich ist vielfach begabt). Es war einfach ein wunderschöner Spaziergang! Klar, Nürnberger Würstchen und Nürnberger Bier haben wir auch verkostet. Nur nichts auslassen! Und der originellste Anblick war ein riesiger Platz mit hunderten von Modellen des Dürer-Hasen in Lebensgröße - oder war es das Museum mit der riesigen Glasfront, in dem ein alter VW an der Wand hing? Oder doch die Kirchturmspitze, die die Nürnberger zum Brunnen umwandelten, weil man sie besser sehen kann, wenn sie auf dem Boden steht? Oder der stille Winkel, wo die alten Weidenbäume ins Wasser hingen, bei Mondschein?

Irgendwann mußten wir uns trotzdem verabschieden und zum Zeltplatz zurück.

Da half alles nichts - vielleicht die Hoffnung darauf, daß Ulrich sich das alles nochmal antut und nächstes Jahr die "2. Nürnberger Solextour" stattfindet!

 

Lieber Ulrich, wir danken dir und deiner Familie für die Gastfreundschaft!

P.S. Zum Thema "Schäufele - was tun mit alten Knochen" findet man weitere Informationen in der Reportage über die Ausfahrt in Gangelt/Birgden.......

zu den Bilder